"Ich möchte mehr meine Interessen durchsetzen."

Warum schaffe ich es nicht, mehr meine Interessen bei anderen durchzusetzen?

…, mich mehr zu bewegen, mehr konzentrierter meine Arbeit zu machen, mehr durchzuhalten (was auch immer)….       

 

Vielleicht, weil Sie sich das nur wünschen („Ich würde so gerne…“). Oder Sie nach einer „bewährten Checkliste“ „an sich arbeiten“. Meist beides "irgendwie" in Kombination.

 

Vielleicht haben Sie auch schon einen konkreten Aktionsplan entwickelt, eine praktisch und positiv formulierte To-Do-Listen erstellt und sich überlegt, in welchen Meilensteinen Sie Ihre (Teil-)Ziele auch termingerecht umsetzten wollen.       

 

Doch wer sich langfristig, nachhaltig - zu was auch immer - mehr motivieren „will“, sollte sich zunächst fragen: wofür ist das eigentlich gut, was sich da so resistent in meinen Gewohnheiten festgesetzt hat? Und: Wozu lohnt es sich, dass ich mich anstrenge, um etwas anders zu machen? Etwas zunächst Unangenehmeres tun soll und doch vielleicht die Zielerreichung ungewiss bleibt?

 

Denn jahrelang geübte Verhaltensabläufe sind sehr widerstandsfähig gegen Veränderungen, da Gewohnheiten in tiefen Schichten verankert sind – nicht nur in unserem Denkhirn (Großhirn), sondern vor allem in unserem emotionalen Erfahrungsspeicher, dem Limbischen System.

Diese Hirnregion, wo unsere guten Vorsätze abgelegt werden, enthält maßgebliche Erinnerungen und deren gespeicherte Bewertungen: ist etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch? Und lenkt das daraus abgeleitete Handeln.       

 

Wer seine Gewohnheiten ändern will, muss daher in andere Regionen, als das mit Checklisten und Co möglich ist, vordringen – und hier nach den ganz persönlichen Gründen für das Handeln suchen. Nach „guten anderen Gründen“, aus denen heraus das Verhalten dauerhaft geändert werden will. Nach solchen Gründen, die die Energie frei setzten, Änderungen langfristig motiviert anzugehen.       

 

Wer etwas anders machen will, muss also einen anderen Weg nehmen und hat eine riesige Hürde zu überwinden: die eigenen Gewohnheiten. Denn diese haben für sich „gute Argumente“. Und der einzige Weg, diese Argumente zu entkräften ist: bedeutsamere Argumente zu finden – solche, die die „alten Gewohnheiten“ gut versteckt haben: z. B. unter schnellen, oberflächlichen Lösungen.       

 

Suchen Sie also.   

Da, wo Sie vielleicht bisher noch nicht gesucht haben. Jenseits der Zeilen von Checklisten &Co.

Bei sich selbst.       

 

Ihre

Christiane Hellwig