Kennen Sie das? Jemand kommt mit einer konkreten Frage zur Teamführung, zur eigenen Rolle, zu einem Konflikt.
Gut
formuliert, schlüssig, nachvollziehbar. Und dann verändert sich im Verlauf die Richtung.
Das irritiert manchmal, vor allem am Anfang. Wir arbeiten am
benannten Thema, und irgendwann taucht etwas auf, das mit dem ursprünglichen Anliegen nur lose zusammenhängt.
Eine Unsicherheit, die älter ist als die
aktuelle Situation. Eine Frage, die sich jemand lange nicht gestellt hat, weil der Alltag sie überdeckt hat. Dieser Moment ist für mich ein Aha-Moment: Jetzt kommen wir zum eigentlichen
Thema.
Denn Themen, wie z.B. die eigene Entscheidungsfähigkeit oder das Gefühl, den Zugang zur eigenen Wirksamkeit verloren zu haben, können selten im
Erstgespräch benannt werden. Sie zeigen sich erst, wenn genug Vertrauen da ist und genug Raum, um auch das Unklare zuzulassen.
Und genau da beginnt
eigentlich die Arbeit: dieses Unklare greifbar zu machen, es gemeinsam zu sortieren, bevor es sich weiter unter dem Tagesgeschäft versteckt.
❗ Das erste
Anliegen war dabei nie „falsch“! Es war der Zugang.
Aber der Moment, in dem jemand spürt, dass es um etwas anderes geht, und sich darauf einlässt, der
verändert die Qualität des gesamten Prozesses. Manchmal geschieht das überraschend schnell, manchmal braucht es ein vorsichtiges Herantasten.
Was es braucht, ist weniger eine
Frage der Zeit als eine des Zuhörens. 🙂
Und manchmal frage ich mich, was passiert wäre, wenn wir im Coaching einfach dort geblieben wären, wo es bequem war
;)